Ich liebe es neue Gerichte auszuprobieren und andere Kulturen auf diese Weise kennen zu lernen. Jedoch stellt sich vor dem Hintergrund der Klimaproblematik die Frage: Muss mein Essen wirklich mehrere hundert oder tausend Kilometer zurücklegen damit es schmeckt? Aber kann man sich in unserer globalisierten Welt tatsächlich ausschließlich von regionalen Produkten ernähren, ohne wesentlich an Lebensqualität einzubüßen? Im letzten Frühjahr hat SERI in einer Studie im Auftrag der Agrarmarkt Austria aufgezeigt, wie wichtig es für unser Klima ist zu prüfen, woher der Apfel für die Jause kommt. Denn immerhin hat 1 kg Äpfel aus Südafrika einen circa um den Faktor 10 größeren CO2-Rucksack (transportbezogen) als 1 kg Äpfel aus der Steiermark.
Doch die Regionalität von Produkten ist nicht nur für ökologisch bewusste KonsumentInnen ein Kaufentscheidungskriterium. Für manche KosumentInnen ist allein die österreichische Herkunft ein Qualitätsmerkmal für sich. Andere KonsumentInnen möchten bewusst die österreichische Agrarwirtschaft („Unsere Bauern müssen doch auch von etwas leben!”) fördern. Doch der Begriff regional ist ganz schön weit dehnbar.
Im Selbstversuch möchte Michael Huber von Biorama einen Monat lang testen, wie leicht es für eine/n WienerIn ist, sich ausschließlich mit Nahrungsmitteln zu ernähren, die in einem Umkreis von 150km produziert wurden. Seine Aufzeichnungen sind ehrlich und witzig! Aber er zeigt auch die Probleme dieser „Regional-Diät” auf und gibt praktische Tipps für den täglichen Einkauf.
Aber ist die Regionalität das einzige Kriterium für die Nachhaltigkeit von Nahrungsmitteln?
Nein, denn so positiv ich diesem Trend auch gegenüber stehe, die Regionalität von Produkten (ein Synonym für kurze Transportwege) ist nur die halbe Nachhaltigkeits-Wahrheit! Auch die Produktionsweise (konventionell oder ökologisch), die Arbeitsbedingungen der ProduzentInnen, der Heimtransport (die berühmte „last mile”), die Zubereitung von Lebensmitteln, sowie auch die Entsorgung der „Reste” sind entscheidend für die Umweltfolgen des Lebensmittelkonsums.

