Nachrichten über die aktuell stattfindende Autoshow in Detroit reichen von ‘Trauerspiel’ bis zu ‘Umbruch’ – je nach Perspektive und Auslegung (z.B. ‘Kein Autofrühling in Sicht’ im Standard vom 11.1.09). Auch wenn die offizielle website der Autoshow anders aussieht: Mit großen Autos im Intro versucht man den Glanz frühere Jahre heraufzubeschwören (http://www.naias.com). Doch im Showalltag dominieren Kleinwagen und Hybridantriebe. Doch irgendwie überzeugt mich das alles nicht so recht, zu inkongruent sind die Botschaften, wenn Daimler zwar mehr Hybrid verspricht, die Aufmerksamkeit aber mit neuen Sportwagenstudien auf sich zieht; wenn niedrige CO2 Ausstösse mit ‘umweltfreundlich’ gleichgesetzt werden und Lebenszyklusdaten unerwähnt bleiben. Doch was sind die Alternativen?
Ich denke, es ist an der Zeit den mobilitären Horizont zu erweitern.
Bahn fahren? Ja, zwischen Ballungszentren. Öffis? Ja, in (Groß)Städten.Aber was sind die Alternativen im individuellen Personenverkehr? Wie komme ich am Land zum nächsten Bahnhof? Ja, es gibt auch hier Alternativen, die über ‘zu Fuss’ und ‘Radfahren’ hinausgehen. Wenn auch weniger bekannt:Velomobil heißt das Schlagwort. Räder mit (Voll)Chasis in Leichtbauweise (=Wind- und Wettertauglich), dreirädrig und mit optionalem Elektroantrieb. Beispiele hierfür sind
- Go-One: Sieht aus wie ein Sportwagen, ist aber ein Rad. Neuerdings auch mit Elektrounterstützung (Energiekosten: 30ct/100km)
- Alleweder: Auch ein Rad, aber mit Elektromotor bis zu 45km/h Geschwindigkeit
- Twike: ein zweisitziges Elektromobil mit optionalem Radantrieb (Energiekosten: 1€/100km)
‘Human Power Hybrid’ heißt hier das Schlagwort. Und zielt damit auch auf einen neuen Lebensstil ab. Umweltbwusstsein und Fitness. Auf dem Weg zur Arbeit ein paar Kalorien verbrennen, damit man aber nicht ganz verschwitzt ankommt, gibt es ja die Elektrounterstützung. Eine interessante Alternative in meinen Augen, die aber offensichtlich noch nicht so ankommt. Momentan sind auch die Preise noch relativ hoch – die highend Variante Twike hat den Preis eines Mittelklassewagens. Aber mit einem wachsenden Markt kann sich das ja schnell ändern.
Haben solche Antriebskonzepte Zukunft?
Eine Frage, die wir uns am SERI auch im laufenden Projekt ‘Energieverbrauchsstile’ stellen werden, wo wir eine österreichweite Befragung zum Thema Energieverbrauch und Lebensstile durchführen. Einstweilen bin ich gespannt auf eure Einschätzungen…

