Manchmal läßt sich das Nachhaltigkeits-Jet-Set nicht vermeiden. So bin ich von 16.-19.8. direkt von meinem Urlaub in Valencia nach Stockholm zur World Water Week und dem Water Footprint Network Partner Forum gefahren. Seit Ende Juni ist SERI mit mir im Water Footprint Network vertreten. Der Hintergrund ist, dass ich als „unser Wasserexperte” den Eindruck hatte, dass uns diese Mitgliedschaft in Sachen wissenschaftlicher Zusammenarbeit im Bereich Wasser um einen großen Schritt weiterbringen würde. Das Partner-Forum fand während der World Water Week statt - einer Konferenz, die jedes Jahr in Stockholm stattfindet und das A und O des Wasser-Sektors vereint: 2400 TeilnehmerInnen, 120 Nationen, etc. Perfekt organisiert! Letztes Jahr hat der „Godfather” des Virtual Water - Tony Allen, London University - dort den Ehrenpreis bekommen.
Ich war besonders interessiert an der Unterscheidung blaues-grünes-graues Wasser, bzw. am Wasserfußabdruck. Das sogenannte „blaue” Wasser beschreibt dabei Wasser, das aus Flüssen, Seen oder dem Grundwasser entnommen wird, während das „grüne” Wasser Regenwasser bzw. das Wasser bezeichnet, das in der obersten Bodenschicht gespeichert wird und von dort von der Pflanze aufgenommen wird. „Graues” Wasser wiederum ist verunreinigtes Wasser. Das Konzept des Wasserfußabdrucks betrachtet und quantifiziert die Menge an Wasser, die direkt oder indirekt von Konsumenten oder Produzenten verbraucht wird. So enthält beispielsweise 1 Kilogramm Rindfleisch 16.000 Liter Wasser - Wasser, das entlang der gesamten Produktionskette verbraucht wurde.
Besonders interesssant war es für mich, Arjen Hoekstra (LINK), den „Erfinder” des Water-Footprint-Konzepts kennen zu lernen und mit ihm über Möglichkeiten zu sprechen, unsere Expertise dem europäischen statistischen Amt (EUROSTAT) anzubieten. In der Diskussion mit ihm war es mir besonders wichtig zu unterstreichen, Wasser-Rucksäcke für ganze Branchen und Länder zu berechnen - zwar weniger detailliert als für einzelne Produkte, dafür mit großer Relevanz für die Politik.
Im Gegensatz dazu stand das Partner Forum selbst eher im Zeichen des Mikro-Ansatze; Also der Water-Footprint-Berechnung für Unternehmen und Produkte. Interessant dabei war, dass drei „Riesen” die ersten waren, die eine Pilotstudie durchgeführt haben - Coca Cola, Unilever und ein südafrikanischer Bierkonzern.So bedarf es in Südafrika 155 Liter Wassers, um einen Liter Bier herzustellen (LINK zur Studie).
Insgesamt hat diese „Unternehmung Stockholm” sehr wertvollen Input auch für unsere Arbeit am SERI zum Thema Wasser gebracht. Sowohl für die Sammlung von relevanten Wasser-Umweltdaten für das EXIOPOL-Projekt als auch für zukünftige Arbeiten an unserem SERI Indikatorenset.
