9 Wochen Sommerferien sind zu Ende. Inclusive Weihnachts-, Semester-, Osterferien und Brückentagen kommen in Österreich an die 15 Wochen Ferien zusammen. Bei maximal 6 Wochen Urlaub ist das für die Eltern meist eine organisatorische Herausforderung. Großeltern, Ferienlager, ausgedehnte TV-und Computersitzungen und/oder auch getrennte Urlaube der Eltern sind mehr oder weniger adäquate Antworten auf diese Herausforderung. Forderungen werden laut, die Ferien zu verkürzen, weil viele Eltern ihre Kinder in den Ferien vernachlässigen.
Am SERI tun wir uns da etwas leichter: seit Jahren arbeiten wir 30 h/Woche - mache weniger - und zwar durchgerechnet auf das ganze Jahr. Das macht 1350 Arbeitsstunden im Jahr, die nach Erfordernis und eigenem Wunsch auf die Monate zu verteilen sind. Und nachdem es einem wie mir schon schwer fällt, einen normalen Arbeitstag nach 6 h zu beenden (bei Dienstreisen ist es praktisch unmöglich) kommen schnell ein paar Tage Zeitausgelich zusammen, die sich in den Ferien dann abfeiern lassen. Wobei ich umgekehrt in den Ferien dann oft nicht ganz „frei” habe, eMails checke und schaue, dass die Arbeit weiter geht. Denn die interne Arbeitsorganisation ist schon eine Herausforderung, wenn nie alle gleichzeitig da sind.
So war ich aber in diesem Sommer dann fast 5 Wochen am Stück von Wien weg (Sommerfrische!) - die 3 Tage Alpbach am Ende einmal mit gerechnet, aber auch die Oster- und Semesterferien gehörten weitgehend der Familie (und die Johnsbacher Musikwoche sowieso!). Und bis Weihnachten kommen schon wieder genug Stunden zusammen, die es „abzufeiern” gilt. Das ist schon Luxus - erkauft natürlich mit einem entsprechend geringeren Einkommen. „Arbeit FAIR teilen” nennen das manche. Mehr Zeit für mich und meine Lieben, nenne ich es.
Das können sich natürlich nur Besserverdienende leisten, höre ich dagegen immer wieder einwenden. Sollen sich’s zumindest die besserverdienenden leisten! Halte ich dagegen. Denn erstens ergibt sich, wenn sich einem solchen Modell viele „Besserverdienende” anschließen würden, eine nicht unerhebliche „Umverteilung” - und schließlich werden auch Arbeitsplätze geschaffen. So sind am SERI heute 3-5 Menschen mehr Arbeit als bei normalen 40hplus-Verträgen - denn bei gegebenem Budget brauchen wir entsprechend mehr Köpfe, die sich die anfallende Arbeit teilen.
„Schafft Ihr das wirklich”? werde ich immer wieder gefragt. Naja - ein paar Überstunden kommen schon zusammen, aber das ist ja auch in anderen Arbeitsverhältnissen so. Mehr als 10%, also 33 h kommen im Durschnitt aber nicht zusammmen. Darüber ärgern wir uns manchmal - aber eigentlich sollten wir stolz darauf sein! Und 15 Wochen NUR Ferien wäre ja auch zu viel!
