In Kopenhagen wird derzeit darüber verhandelt, wer welchen Beitrag zu einer grundsätzlich von allen für wichtig und richtig befundenen Verringerung der Treibhausgase leisten muss. Eine entscheidende Frage dabei ist: sind diejenigen, die Güter und Dienstleistungen produzieren verantwortlich für die Treibhausgase oder sind es diejenigen, die sie konsumieren. In Zeiten der Globalisierung wird daraus eine Frage internationaler Verhandlungen.
Wo auf der Erde Treibhausgase emittiert werden, ist für ihre Wirkung, den sogenannten Treibhauseffekt, letztlich irrelevant. Die bisherige Klimapolitik des Kyoto-Protokolls, in dem sich die Industriestaaten der Erde zu einer bestimmten Treibhausgasreduktion bis 2012 verpflichtet haben, rechnet Emissionen immer dem Land zu, in dem sie in die Umwelt entlassen werden. Strategien einzelner Länder zur Reduktion von CO2-Emissionen können so leicht dazu führen, dass diese lediglich in andere Länder verlagert werden, etwa durch vermehrte Importe von Stahl aus dem Ausland.
