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		<title>Sammlung an Argumenten gegen Atomkraft entlang der Produktionskette</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:56:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[energie]]></category>
		<category><![CDATA[Global Responsibility]]></category>
		<category><![CDATA[kernkraft]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Angefangen hat es mit einer Einladung zum IAEA Ball vor ein paar Jahren. Die Einladung habe ich „dankend“ abgelehnt. Zum davor angesetzten Zusammentreffen bin ich gegangen. Umringt von Freunden die da keine Skrupel haben, musste ich meine Gründe nennen, warum ich danach nicht mitgehe. Um es ihnen deutlich zu verstehen zu geben habe ich die Argumente entlang der Produktionskette aufgezählt. Wenn ich in dieser Reihenfolge daran denke: Uranabbau, Transport, im AKW und Endlagerung kann ich kaum ein Argument vergessen. Es verbildlicht sich systematisch vor meinem inneren Auge und ich sehe den tragischen Ablauf vor mir. Liebe Leute, ich empfehle euch, nur diese vier genannten Prozessschritte zu merken, die dazu passenden Inhalte zähle ich euch im Folgenden auf und ich bin mir fast sicher, dass diese nicht mehr zu vergessen sind…<br />
Außerdem arbeite ich gerade an einem Projekt (SLASH) in dem es darum geht Strom zu sparen um AKWs abzuschalten. Ja, das wäre sogar einfach machbar, wenn wir uns alle ein bisschen einschränken!<br /><span id="more-414"></span><br />
<strong><br />
Der Abbau</strong><br />
Für den Uranabbau müssen <strong>schwere Maschinen</strong> eingesetzt werden, welche das Klima belasten. Beim Abbau und der Anreicherung werden außerdem <strong>giftige Stoffe</strong> verwendet, welche der Umwelt zusammen mit der <strong>radioaktiven Strahlung</strong>, die frei wird, erheblichen Schaden zufügt. Da die Urankonzentration laufend abnimmt, müssen sogar immer größere Mengen abgebaut werden. Die Aufbereitung wird aufwändiger, so dass die Auswirkungen schlimmer werden. </p>
<p>Der Uranabbau erfolgt meist unter <strong>unmenschlichen Bedingungen</strong>, und <strong>die Bevölkerung wird ungeschützt den Gefahren ausgesetzt</strong>. Zum Beispiel hat die Regierung in Niger Schürfrechte an ausländische Konzerne verkauft. Die betroffenen Gebiete wurden den Nomadenvölkern weggenommen. Die Folgen sind bewaffnete <strong>Aufstände, Menschenrechtsverletzungen und verseuchte Wasserquellen</strong>. In den USA und in Kanada erfolgt der Uranabbau in den indianischen Siedlungsgebieten. Die Ureinwohner sind gegenüber den Uran-Konzernen praktisch rechtlos und die <strong>Grubenarbeiter sind ungeschützt und unaufgeklärt</strong> bezüglich der gesundheitlichen Gefahren. Unter dem autoritären Regime in Kasachstan wird das Uran in bereits durch Atombombentests verseuchten Gebieten abgebaut. Weitere Bespiele in der Art gäbe es zur Genüge.<br />
<strong><br />
Der Transport </strong><br />
Die Uranproduktion und der Uranverbrauch finden örtlich getrennt statt. Dort wo abgebaut wird, wird meist nicht konsumiert, weshalb kürzere oder längere Transportstrecken entstehen. Die Uranabbauländer profitieren also nicht einmal von dem geförderten Rohstoff, sind aber von den Umweltbelastungen des Abbaus stark betroffen. Das heißt, dass das abgebaute Uran quer <strong>durch die ganze Welt transportiert</strong> wird. Unfälle, mit verheerenden Auswirkungen für Mensch und Umwelt, sind bei den Transporten einfach nicht auszuschließen.<br />
<strong><br />
Im Atomkraftwerk </strong><br />
Es wird angenommen, dass in einer Nähe zwischen 20 und 50 km rund um ein Atomkraftwerk ein <strong>erhöhtes Krebsrisiko</strong> besteht. <strong>Im Normalbetrieb!</strong> Je nach Studie gibt es dazu aber unterschiedliche Ergebnisse. Je nachdem wer die Studie finanziert hat… </p>
<p>Ein weiteres Risiko ist ein <strong>technischer Störfall</strong> bei dem es zum Austritt von radioaktivem Material kommen kann. Im schlimmsten Fall passiert eine Kernschmelze wodurch große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt werden. Die Atombefürworter verwenden seit Jahrzehnten das gleiche Argument der „nächsten Generation“ an Atomkraftwerken, in denen es so gut wie nicht mehr zu technischen Problemen kommen kann. Schon in den sechziger Jahren gibt es „die nächste Generation“. Technische Störfälle gab es trotzdem und wird es höchstwahrscheinlich weiterhin geben. </p>
<p>Ein Störfall kann auch aufgrund von <strong>Naturkatastrophen</strong> ausgelöst werden, wie im Jahr 2011 in Fukushima. Ein Tsunami, ein Hurrikan oder eine Überschwemmung sind Beispiele. Die Annahme, dass Atomkraftwerke in Gebieten errichtet werden, welche weniger vulnerabel sind, kann jedoch nicht getroffen werden. Unzählige Atomkraftwerke stehen zum Beispiel auf seismisch aktivem Boden oder küstennahe. </p>
<p>Ein weiteres Argument dafür, keine weiteren Atomkraftwerke zu errichten und die vorhandenen abzuschalten sind <strong>Terroranschläge</strong>. Nicht auszumachen sich vorzustellen, dass ein Atomkraftwerk in Europa vorsätzlich in die Luft gesprengt wird! Da kann auch die „nächste Generation“ an AKWs nicht mehr abhelfen. </p>
<p><strong>Lagerung des Abfalls </strong><br />
Bis dato gibt es kein Endlager für radioaktiven Abfall. Es ist anzuzweifeln, dass es dieses je geben wird. Es wird vom „Zwischenlager“ gesprochen. Zwischenlager bis man heraus gefunden hat wie sich Atommüll von selbst auflöst und während des Auflösungsprozesses das CO2 aus der Luft aufsaugt. Nein, im Ernst, ein Endlager müsste unter Tage geschaffen werden, jedoch auch nicht zu tief, da es zu heiß werden kann. Des Weiteren müsste dieses Endlager für Millionen von Jahren wasserdicht sein und eine Rückholmöglichkeit der Behälter muss (sogar gesetzlich) bis 500 Jahre nach Verschluss der Behälter gegeben sein. Und noch etwas: wie markieren wir (also, wir die Menschheit), dass an dieser Stelle ein „Endlager“ ist. Das muss eine Markierung sein, welche Millionen von Jahren haltbar und sichtbar ist. Ein Bauwerk? </p>
<p>Die Verwendung von Atomenergie fördert gleichzeitig die <strong>Proliferation von atomaren Massenvernichtungswaffen.</strong> Neben der Verwendung des radioaktiven Materials zur Erzeugung von Energie wird an einer Weiterentwicklung von Atomwaffen gearbeitet und die Technologie weiter verbreitet. Die militärische und zivile Nutzung ist kaum zu trennen, da im Verborgenen des Atomkraftwerkes nur schwer eine flächendeckende Kontrolle stattfinden kann. Es gibt zwar den Atomwaffensperrvertrag, welcher ein Verbot der Verbreitung und eine Verpflichtung zur Abrüstung von Kernwaffen beschreibt, jedoch ist der längst nicht von allen atomaren Mächten unterzeichnet (zB: Israel, Pakistan, Nordkorea).</p>
<p>Noch ein weiteres Argument abschließend, welches mir Wolfgang Pekny einmal erklärt hat. Für all jene die das Europa 2020 Ziel mit Atomkraft erreichen wollen. The Triple 7: Sieben Jahre für die Planung, sieben Jahre für den Bau und sieben Jahre Stromerzeugung bis sich Planung und Bau wieder energetisch amortisiert haben. Ja, jetzt rechne mal nach.</p>
<p>Abschließend muss ich noch die millionenschwere Atomlobby erwähnen. Wahrscheinlich ist das nicht einmal 1/10 der Probleme mit der Atomkraft die wir haben, weil wir vom Rest nicht einmal etwas wissen…</p>
<p>Ok, jetzt will ich doch nicht so negativ aufhören. Wie schon am Anfang gesagt ist es möglich Atomkraftwerke abzuschalten, wenn wir uns ein bisschen einschränken. Wirklich nur ein bisschen und dafür jeder! Wie wärs? </p>
<p><strong>Zum Projekt:</strong> Im Jänner 2012 wird das &#8220;Global Feedback Netzwerk&#8221; SLASH gestartet, welches BüroX initiiert hat und mit SERI durchführt. Damit wird der Einzelne &#8220;visuell&#8221; erfahren, dass wir alle gemeinsam mit kleinsten Maßnahmen Großes erreichen können. In der ersten Phase werden wir den Beweis antreten, binnen weniger Wochen ein AKW in der Größenordnung von Mühleberg in der Schweiz (oder Temelin in Tschechien) einsparen können. Das Globale Feedback Netzwerk SLASH verwandelt auf diese Weise unser Gefühl von Ohnmacht in eine &#8220;Grüne Revolution&#8221;.<script type="text/javascript"></p>
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		<title>Walk and Talk. Eine Wanderung mit Rainer Schultheis zu Wetter, Leben, Nachhaltigkeit.</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 13:28:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rainer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Walk & Talk]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier berichte ich ein paar Mal im Jahr über Wanderungen und Spaziergänge. Immer dann wenn eine neue Jahreszeit übers Land zieht. Ich begleite besondere Menschen. Quer durch Österreich. Meine Wanderpartner haben die Wege selbst gewählt. Wir gehen spazieren um übers Wetter und das besondere Klima der Region zu reden. Die Gelassenheit einer Wanderung bringt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier berichte ich ein paar Mal im Jahr über Wanderungen und Spaziergänge. Immer dann wenn eine neue Jahreszeit übers Land zieht. Ich begleite besondere Menschen. Quer durch Österreich. Meine Wanderpartner haben die Wege selbst gewählt. Wir gehen spazieren um übers Wetter und das besondere Klima der Region zu reden. Die Gelassenheit einer Wanderung bringt es mit sich, übers Leben zu reden, über die zunehmende Geschwindigkeit des Lebens, über die Art wie wir leben. Wir genießen die Natur, die gute Luft und lassen den Gedanken freien Lauf.</p>
<p>Meine Begleiter haben verschiedene Berufe und Berufungen. Sind Sportler, Musiker, Architekten. Sie beanspruchen nicht alle auf den ersten Blick Themenkreise wie die Nachhaltigkeit oder den Klimawandel. Gerade im Gespräch entstehen neue Blickwinkel und neue Gedankenkreise, wenn es um unseren Lebensstil und eine nachhaltige Entwicklung geht.</p>
<p>Im Blog sehen Sie neben ein paar Videoclips eine detaillierte Wanderroute, bei jeder Tour ist ein GPS dabei. Samt Geheimtipps für Raststätten oder Sehenswürdigkeiten entlang der Route.<br />
Jeder Interviewte hält mit einer kleinen Kamera die besonderen Eindrücke der Wanderung fest. </p>
<p>Als Meteorologe kam ich auf die Idee von walk&#038; talk durch einen Kollegen aus Wales, der seit Jahren mit seinen „weatherman walks“ seine Landsleute zum Wandern begeistert. Ich hoffe ich kann mit walk&#038;talk anspornen: die Wanderschuhe ein wenig öfter schnüren und raus in die Natur.   </p>
<p><a href="http://www.esgehtumwas.at/wp-content/uploads/walkandtalk11.jpg"><img src="http://www.esgehtumwas.at/wp-content/uploads/walkandtalk11-300x225.jpg" alt="" title="walkandtalk1" width="300" height="225" class="alignnone size-medium wp-image-327" /></a></p>
<p>&#8230;und der Schuh von meinem ersten Wanderer ist schon geschnürt <img src='http://www.esgehtumwas.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Fortsetzung folgt.<br />
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		<title>Es geht (wieder) um was: SERI-Blog wieder belebt</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 13:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[SERI belebt den „esgehtumwas“ Blog wieder! Interessante Themen rund um Nachhaltigkeit und Lebensqualität werden ab jetzt regelmäßig erscheinen. SERI-ForscherInnen, MitarbeiterInnen und MitgliederInnen geben einen spannenden Einblick in aktuelle gesellschafts-, wirtschafts- und umweltrelevante Angelegenheiten. Zudem bloggen sie über persönliche Erfahrungen hinsichtlich nachhaltiger Lebensstile sowie innovativen Alternativen im Alltag. Vom umweltfreundlichen Reisen, Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln bis hin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SERI belebt den „esgehtumwas“ Blog wieder! Interessante Themen rund um Nachhaltigkeit und Lebensqualität werden ab jetzt regelmäßig erscheinen. SERI-ForscherInnen, MitarbeiterInnen und MitgliederInnen geben einen spannenden Einblick in aktuelle gesellschafts-, wirtschafts- und umweltrelevante Angelegenheiten. Zudem bloggen sie über persönliche Erfahrungen hinsichtlich nachhaltiger Lebensstile sowie innovativen Alternativen im Alltag. Vom umweltfreundlichen Reisen, Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln bis hin zu Energiespartipps – einem erfüllten Leben mit einem kleinen „ökologischen Rucksack“ steht somit nichts mehr im Wege! Rainer Schultheis wird darüberhinaus in seinem Blog <a href="http://2011.esgehtumwas.at/walk-and-talk-eine-wanderung-zu-wetter-leben-nachhaltigkeit-2/">„Walk and Talk“</a> über Wanderungen und interessanten Gesprächen mit besonderen Menschen berichten. Wir freuen uns, Sie ab nun mit lesens- und wissenswerten Beiträgen am laufenden halten zu können!</p>
<p>Ihr/Euer SERI-Team </p>
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		<title>Boom oder Krise? – (M)eine Urlaubslektüre</title>
		<link>http://www.esgehtumwas.at/2011/09/04/boom-oder-krise-%e2%80%93-meine-urlaubslekture/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 09:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>
		<category><![CDATA[krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Anfang August wieder einmal die Börsenkurse in den Keller rasselten, habe ich mir vom Buchhändler meines Vertrauens drei Bücher geholt und mir aufs Urlaubs-Nachtkästchen gelegt. Meine Frage, die mich schon seit einiger Zeit bewegt, in der nicht nur die Politik, sondern auch Wirtschaft und Wirtschaftsforscher so tun, als sei schon alles wieder gut, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Anfang August wieder einmal die Börsenkurse in den Keller rasselten, habe ich mir vom Buchhändler meines Vertrauens drei Bücher geholt und mir aufs Urlaubs-Nachtkästchen gelegt. Meine Frage, die mich schon seit einiger Zeit bewegt, in der nicht nur die Politik, sondern auch Wirtschaft und Wirtschaftsforscher so tun, als sei schon alles wieder gut, der Aufschwung da, das gröbste hinter uns: war es wirklich nur ein kleiner Aussetzer des weltweiten Wirtschaftsmotors oder kommt der große Absturz erst noch. In Österreich scheinen wir ja, wie es unsere Art ist, einen Mittelweg gefunden zu haben: die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Wir wurschteln uns schon durch.<br />
<span id="more-277"></span></p>
<p>Das erste meiner drei Bücher ist gleichzeitig das umfangreichste: auf über 450 Seiten beschreiben Nouriel Roubini und Stephen Mihm <strong>„Das Ende der Weltwirtschaft und Ihre Zukunft“</strong> (Goldmann Taschenbuch). Roubini, Professor an der New York University, hatte sich 2006 einen Namen gemacht, weil er die Finanz- und Wirtschaftskrise in ihrem Ablauf ziemlich genau vorher gesagt hat. Jetzt zeichnet er die Entwicklung nicht nur ausführlich nach, sondern vergleicht sie mit vielen anderen, ganz ähnlichen „Krisen“ – etwa den globalen Krisen von 1630, 1720, 1825, 1907, 1929, 2009 – aber auch den vielen regionalen Krisen der letzten Jahrzehnte, die in den betroffenen Ländern und Branchen (Japan, Indonesien, Thailand, Russland, Argentinien, dot.com) teilweise noch verheerender waren als die, in der wir uns gerade befinden (oder ist sie schon wieder vorbei?). </p>
<p>Man gewinnt den Eindruck, dass spekulative Blasen und deren Platzen nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel. 450 Seiten lassen sich nicht in einem Satz zusammen fassen. Was in meinem Kopf hängen bleibt, ist das „über die eigenen Verhältnisse leben“ (S. 117) in Teilen der Weltwirtschaft, das (zu) lange von Sparern in anderen Teilen finanziert wird. Wenn diese Finanzierung dann abgezogen wird, weil die Investoren kalte Füße bekommen, kommt eine Kettenreaktion in Gang, die – wenn auch für manche vorhersehbar – schwer in den Griff zu bekommen ist. Genau diese Kettenreaktion wird von Roubini und Mihm sehr verständlich beschrieben und es liest sich schon etwas gespenstisch, wenn man die Kommentare der letzten Wochen noch im Ohr hat.</p>
<p>Roubini und Mihm sagen aber auch, dass eine (und welche) Politik nötig ist, die solche Krisen seltener und schwächer ausfallen lässt, und die die Auswirkungen wirkungsvoller bekämpft. Eine klare Absage an das marktgläubige „es geht schon wieder aufwärts“. Was mir an diesem wirklich spannenden Buch fehlt, ist der tiefere Grund für die Krisen. Die Autoren beschreiben zwar die Auswirkungen der finanziellen Prozesse auf die „Realwirtschaft“, aber nicht ob es nicht irgendwo im realen Wirtschaftsgeschehen vielleicht Prozesse gibt, die dazu führen, dass Blasen entstehen und – wie Roubini und Mihm zeigen – notwendigerweise platzen.</p>
<p>Genau hier setzt Elmar Altvater an.<strong> „Der große Krach oder die Jahrhundertkrise von Wirtschaft und Finanzen, von Politik und Natur“</strong> (Westfälisches Dampfboot) schaut genau genommen nicht nur auf die Realwirtschaft, sondern auf die dahinter liegenden Kräfte, die diese treiben: Arbeit und natürliche Ressourcen. Als Marxist beruft er sich natürlich auf die Widersprüche, die den Produktionsverhältnissen in Bezug auf diese „Produktionsfaktoren“ (ein Begriff, den er so natürlich nicht verwenden würde) zugrunde liegen. Auch wenn der technische Fortschritt es ermöglicht, aus Arbeit und Ressourcen immer mehr zu machen: letztlich sind beide nicht beliebig vermehrbar – nehmen teilweise sogar ab. Kapital – der zentrale Begriff der Finanzwirtschaft – basiert letztlich auf menschlicher Arbeit und natürlichen Ressourcen. Und um Kapital zu bilden, muss beim Konsum gespart werden. </p>
<p>Da die Finanzwirtschaft aber die ständige Akkumulation von Kapital erfordert, geht sich das (wiederum unzulässig stark vereinfacht) irgendwann nicht mehr aus. Die Blase platzt, die Krise ist da. In diese Analyse, endlich auch die „Naturverhältnisse“ angemessen einbezogen zu haben, ist das große Verdienst von Altvaters „Beitrag zur von Pierre Bourdieu schon 1998 angemahnten ‚ökonomischen Alphabetisierung‘ “.</p>
<p>Auch Altvater fordert eine beherzte „Politik gegen die Krise“. „Reparatur? Reform? Sozialismus!“ heißt das entsprechende Kapitel und macht schon in der Überschrift klar, wohin der Hase läuft. Letzterer wird auf 20 Seiten dann doch relativ dünn beschrieben. „Solar, demokratisch, solidarisch“ soll er sein, der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Zur notwendigen Reparatur des Finanzsystems finden sich fünf Punkte, die von Roubini und Mihm auf über 200 Seiten wesentlich profunder dargestellt werden.</p>
<p>Dazwischen steht ein „Postkeynesianischer Staatsinventionismus“, den Altvater als „Sackgasse“ denunziert, weil er die ökologischen und sozialen Probleme nicht an der Wurzel packt. Diese Probleme effektiv anzupacken ist aber jedenfalls notwendig und kann gar nicht verkehrt sein. Hier hilft – zumindest was die ökologische Seite betrifft &#8211; mein drittes Buch weiter:<strong> „Das grüne Wirtschaftswunder“</strong> vom oberösterreichischen Energie- und Umweltlandesrat Rudi Anschober (Ueberreuter). Mit einer Krise hält Anschober sich gar nicht auf. Ihm geht es darum, zu zeigen, „wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert“. Das ist erfrischend optimistisch und zeigt, was zwischen Sattledt in Oberösterreich und Wuxi in China schon alles funktioniert, um zumindest die Klimakrise in den Griff zu bekommen und gleichzeitig wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Man müßt‘ es nur machen, denn schließlich sind es defakto immer noch Nischen, in denen das wichtige und richtige funktioniert.</p>
<p>Ist das der Ausweg? Ein neuer Boom, keine Blase? Ließe sich so Kapital in ausreichendem Maße akkumulieren, um ein „grünes Wachstum“ für die nächsten Jahrzehnte zu ermöglichen. Oder würden wir auch „grün“ über unsere Verhältnisse leben? Wie gesagt: ohne „grünes Wirtschaftswunder“ geht es nicht. Aber auch Anschober erzählt nur einen Teil der Geschichte. Und so schließt sich der Kreis – die drei Bücher zusammen zu lesen macht Sinn.</p>
<p>Und wie sieht es auf der sozialen Seite aus? Was ist, wenn sich die Lebensqualität derer, die schon einigermaßen viel haben, auch ohne weiteres Wachstum aufrechterhalten lässt? Bricht dann das Finanzsystem endgültig zusammen. Zu Hause liegen noch einige Bücher, die mir darauf Antworten versprechen. Raimund Dietz‘ <strong>„Geld und Schuld“</strong> (Metropolis) zum Beispiel, Michaela Mosers und Martin Schenks<strong> „Es reicht – für alle“</strong> (Hanser) und meines verehrten Lehrers Kurt Rothschilds und Hans Bürgers <strong>„Wie Wirtschaft die Welt bewegt“</strong> (lesethek).</p>
<p>Und vielleicht komm ich ja endlich dazu, mein eigenes Buch zu schreiben. Immerhin erscheint im Dezember unser völlig überarbeitetes <strong>„Argumentarium“</strong> zum Thema Wachstum auf englisch (Earthscan). Auch ein Beitrag zur ökonomischen Alphabetisierung.</p>
<p>Weil aber Urlaub ist, hab ich dann doch noch ein paar belletristische Bücher gelesen: Für’s Herz die Liebesgeschichte(n) <strong>„Das elektrische Herz“</strong> von Peter Stephan Jungk, aber auch Henning Mankells <strong>„Die flüsternden Seelen“</strong> (dtv), für die Lachmuskeln Kurt Palms (k)ein Alpenkrimi <strong>„Bad Fucking“</strong> (rororo) und für’s Hirn Veit Heinichens neuer Triest-Krimi <strong>„Keine Frage des Geschmacks“</strong> (Zsolnay). Alle drei können – wie die drei Sachbücher – wärmstens empfohlen werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>(K)ein nachhaltiger Urlaub?</title>
		<link>http://www.esgehtumwas.at/2011/08/27/kein-nachhaltiger-urlaub/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 09:33:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltig]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe ja vor einiger Zeit einmal beschlossen, nur mehr mit der Bahn in den Urlaub zu fahren, um zumindest ein wenig das berufliche Fliegen zu kompensieren. Obwohl: soviel war’s dieses Jahr noch gar nicht: einmal Brüssel, einmal London, einmal Köln, wobei man letzteres auch bequem mit dem Zug erledigen hätte können. Die London-Reise hab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja vor einiger Zeit einmal beschlossen, nur mehr mit der Bahn in den Urlaub zu fahren, um zumindest ein wenig das berufliche Fliegen zu kompensieren. Obwohl: soviel war’s dieses Jahr noch gar nicht: einmal Brüssel, einmal London, einmal Köln, wobei man letzteres auch bequem mit dem Zug erledigen hätte können. Die London-Reise hab ich dafür um 2 private Tage mit meinem Sohn verlängert. Zwei Klappen mit einem Flieger, sozusagen. </p>
<p>Zurück zum Urlaub. Einmal hab ich mir gedacht: fahren wir nur mehr in Gegenden, wo früher einmal Österreich war. Salzkammergut, Italien, Kroatien … vielleicht auch einmal in die Hohe Tatra. Da gibt es sicher mehr als genug zu erleben für die nächsten 50 Urlaube oder so.</p>
<p>Diesmal dann aber doch ganz woanders hin: an die Nordsee. <a href="http://www.amrum.de" target="_blank">Amrum</a>, eine Insel neben Sylt. Nachhaltig reisen? Davon liest und hört an der Nordseeküste man kein Wort. Sie machen’s einfach.<br />
<span id="more-270"></span></p>
<p>Erstens: wie kommt man da hin? Überraschung! Vom Wiener Westbahnhof aus mit einmal Umsteigen in Hamburg bis zur Fähre in Dagebüll Mole. Und von der Fähre 3 km mit dem Taxi. Ok, 20 Stunden von Tür zu Tür, davon eine Nacht im Liegewagen. Letztlich aber sehr entspannt. Zum Frühstück am Hamburger Hauptbahnhof treffen wir unseren Freund und Kollegen <a href="http://www.bertbeyers.de" target="_blank">Bert Beyers</a> – auch ein Amrum-Fan.</p>
<p>Wenn auch ganz anders entdecken wir auch viele Gemeinsamkeiten mit den heimischen Bergen. Schon der Taxifahrer ist ein uriger Typ mit eigenwilligem Akzent, der einen gleich duzt. Das kann einem in Aussee auch passieren.</p>
<p>Vor dem Haus stehen schon die per Internet reservierten Fahrräder. Die Fahrraddichte auf Amrum entspricht ungefähr der von Kopenhagen. Wir sind ja auch schon kurz vor Dänemark. Zollgrenzbezirk. Es gibt ungefähr ein Dutzend Fahrradverleihe. 30 € pro Rad und Woche für’s Rundherum-sorglos-Paket mit Reparaturservice kann sich auch eine vierköpfige Familie gut leisten.</p>
<p>Und wie ist’s dort so? Amrum ist ungefähr so groß wie der Grundlsee, nur dass das Wasser außen rum ist – mit 18 Grad hat’s ungefähr die gleiche Temperatur. Das Salz ist noch im Meer, statt Gämsen gibt’s Seehunde (zu sehen, nicht auf dem Teller), Seeräuber- statt Wilderer-Romantik, FM Nordküste statt Radio Freies Salzkammergut, Crazy Horst statt Grundlseer Geigenmusi. </p>
<p>Das Wetter ist auch ähnlich wie in den Bergen: statt tropischer Hitze in Wien haben wir  hier angenehme 20 Grad. Mal Sturm und Gewitter, dann wieder herrlichstes Strandwetter. Zum Salzkammerguturlaub gehören für uns die Eierschwammerl und/oder Schwarzbeeren – sei es selbst gepflückt oder vom Markt. Hier sind es die Krabben direkt vom Kutter – das „puhlen“ ist schon eine Hack’n, die Krabbenspagetti sind dann umso besser. </p>
<p>Drei Dörfer und ein paar Gehöfte. In jedem Dorf ein Supermarkt, einige Cafes, Restaurants. Die schilfgedeckten Häuser erinnern ans Burgenland. Zeit zu lesen: 5 Bücher (3 fachliche, 2 Romane), die „Zeit“ und Psychologie heute – und natürlich die „taz“ und den „Inselboten“. Soviel hab ich das ganze erste Halbjahr nicht gelesen. Ein nachhaltiger Urlaub – so ist das hier einfach seit Jahrzehnten (wir sind hier, weil meine Frau Bärbel Kindheitserinnerungen damit verbindet), auch wenn überhaupt nicht damit geworben wird.</p>
<p>Übrigens bereiten wir am SERI gerade ein Projekt vor, in dem wir Gemeinden zum Thema „nachhaltiger Tourismus“ beraten: warum es sich lohnt, in die Nähe zu schweifen und wie man eine hohe Urlaubsqualität mit geringem Ressourcenverbrauch erreicht. Zunächst in Österreich – vielleicht aber auch einmal darüber hinaus. In Amrum erzählt man übrigens sich die Geschichte von einem „Professor“, der 25.000 € dafür genommen hat, der Insel ein sanftes Verkehrskonzept zu empfehlen: das gibt es längst!</p>
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		<title>Mein Sabbatical in Jacobina</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 08:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ines</dc:creator>
				<category><![CDATA[Quality of Life]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Teil (Oktober und November) meiner Auszeit verbrachte ich in Jacobina, einer Stadt mit ca. 80.000 EinwohnerInnen, 300 km nordwestlich von Salvador, im sogenannten Certado (Steppe), wo ich in einigen (sozialen, kulturellen) Projekten mitarbeitete bzw. auf eigene Faust ein paar Dinge ins Leben rief (wie z.B. einen interkulturellen Austausch zwischen SchuelerInnen eines Gymnasiums in Kaernten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Teil (Oktober und November) meiner Auszeit verbrachte ich in Jacobina, einer Stadt mit ca. 80.000 EinwohnerInnen, 300 km nordwestlich von Salvador, im sogenannten Certado (Steppe), wo ich in einigen (sozialen, kulturellen) Projekten mitarbeitete bzw. auf eigene Faust ein paar Dinge ins Leben rief (wie z.B. einen interkulturellen Austausch zwischen SchuelerInnen eines Gymnasiums in Kaernten und Schuelerinnen in Jacobina ueber Skype und Orkut).<br />
<img src="http://seri.at/wp-content/uploads/2009/12/Ines.jpg" style="width: 320px; height: 239px" width="320" height="239" /><br />
<span id="more-220"></span></p>
<p><u>Die OesterreicherInnen</u><br />
Jacobina ist eine für Brasilien kleine Stadt wie viele andere auch, mit vielen kleinen Häuschen, Geschäften, Schulen, Krankenhäusern, Markt, Bars &#8211; aber ohne Tourismus. Ich bin das erste Mal in Brasilien an einem Ort, wo es Touristen nicht hinverschlägt. Und es ist anders, wie ihr Euch vorstellen könnt.<br />
Die Eingewoehnungsphase ging langsam voran, also nicht so schnell, wie ich es sonst von mir gewöhnt bin. Assoziationen, die mir in den ersten Tagen immer wieder kamen:<br />
Trocken &#8211; arm, sehr arm &#8211; sehr viele sehr dunkle Menschen &#8211; sehr einfach &#8211; viele Mütter alleine mit vielen Kindern &#8211; staubig &#8211; heiss &#8211; Lärm &#8211; Herzlichkeit &#8211; süsse Kinder &#8211; Arbeitslosigkeit &#8211; enorm hohes Sozialkapital &#8211; Frauengruppen &#8211; soziale Kirche &#8211; Ehrenamt &#8211; Zucker &#8211; gastfreundlich &#8211; neugierig &#8211; Lachen &#8211; Feiern &#8211; Zusammenkünfte &#8211; Events &#8211; Musik &#8211; Früchte &#8211; Tiere<br />
Ich wohnte mit Michaela, einer österreichischen Voluntärin, in einem kleinen Häuschen in Bananeira (einer der ärmsten Staddteile). Unsere Strasse in der Bananeira<br />
Es gibt im Grunde 3 Vereine hier, Atabaque, Acides und Grota do Brito.<br />
<strong>Atabaque</strong> befaßt sich v.a. mit Umweltthemen, Arbeitsschaffung, Kultur und Sport,<strong> Acides</strong> mit sozialen Inhalten und <strong>Grota do Brito</strong> mit ökologischer Landwirtschaft und Permakultur. Natürlich gibt es viele Überschneidungen und jedes Projekt hat auch immer mit Sozialem zu tun. Atabaque und Grota do Brito wurden von Markus Breuss (http://www.puravidabrasil.org/), einem Vorarlberger, der seit 10 Jahren hier lebt, mit Menschen aus Jacobina gegründet. Er kam über ein soziales Jahr nach Brasilien, machte seine Diplomarbeit hier und hat sich dann verliebt und lebt mit Frau und Kind in Bananeira, dem Armenviertel von Jacobina. Die Aktivitäten der Vereine spielen sich hauptsächlich hier ab. Alle Projekte leben nur vom ehrenamtlichen Engagement hier und Spenden, v.a. aus Österreich. Natürlich mangelt es dennoch an allen Ecken und Enden und jeder Euro kann sehr sehr gut gebraucht werden und wird zu 100% für die Menschen und ihre Lebensqualität verwendet.</p>
<p>Wenn Ihr Euch für eines der Projekte näher interessiert und mehr wissen wollt, fragt mich bitte (09inesita@gmail.com).</p>
<p>Wenn Ihr spenden wollt (sozusagen als <strong>After X-Mas- Alternativweihnachtsgeschenk</strong>) kontaktiert mich bitte oder ueberweist direkt auf mein Konto (Nummer: 11114, BLZ: 39501, Ines Omann) und gebt mir Bescheid, wofuer Ihr spenden wollt. Das Geld kommt ueber Michaela direkt in die Haender derer, die es brauchen. Es waere sicher eine wunderbare Geste von Euch für Bananeira und Jacobina und die Steigerung der Lebensqualität der Menschen hier!</p>
<p><u>Acides:</u><br />
	Kinderbetreuung und Hort: hier gibt es 3 „Schulen&#8221;, wo die Kinder außerhalb der Schulzeit hinkommen, lernen, spielen, Essen kriegen, Aufgaben machen, sowie Ausflüge.<br />
	Pastoral da Crianza: die Kinderpastoral, entspricht in etwa unserer Jugendwohlfahrt. Marineide (eine der beiden Schwestern, die gegenüber von uns wohnt und wahnsinnig aktiv in Acides ist) ist dieChefin und sie betreut einige tausende Familien in Jacobina und beraet sie in punkto Ernaehrung, Gewalt gegen Kinder und Frauen, Ausbildung<br />
	CEI: eine Abendschule für Erwachsene, ab 18. Es gibt verschiedene Fächer; LehrerInnen arbeiten hier nur ehrenamtlich.</p>
<p>	Fogão solar: ein Solarofen, auf dem man alles kochen und backen kann, nur mit der Energie der Sonne. Ein sehr mutiges und junges  Projekt. Die Teile kommen aus Oesterreich, koennen hier gekauft warden (sehr guenstig, durch Spenden unterstuetzt), werden dann vor Ort aufgestellt und es gibt sogar eigene Kochkurse.<br />
	Motirão Novo: Das ist ein Stadtteil etwas außerhalb von Jacobina, der aufgebaut worden ist, damit sich Besitzlose und Landlose ansiedeln können. Es leben mittlerweile 80 Familien dort, in Häusern, wo es bis vor kurzem keinen Gasherd, kein Bad, kein WC gab. Marineide, hat ein Projekt für die Menschen hier gestartet.<br />
Einerseits bekommen sie Unterstützung beim (Aus)bau ihrer Häuser, damit WC, Bad, Strom und Gasherd (denn mit Holz zu kochen ist &#8211; wie wir wissen &#8211; sehr schädlich für die Gesundheit) gebaut, installiert werden können.</p>
<p>Das Geld kommt auch hier v.a. von Spenden aus Österreich. Zudem besucht Marineide die Menschen regelmäßig, bringt Kuchen, Saft und Spielzeug (altes aus Österreich) mit. Ich durfte sie gemeinsam mit Michaela begleiten. Es war sehr berührend für mich. Die Kinder standen Schlange für Saft und Kuchen und jede/r bekam dann ein Spielzeug: Ball, Stofftier, Federpenal&#8230; ganz einfach Sachen, zumeist alte, die in Österreich nicht mehr gebraucht werden. Ich hab mit einem kleinen Bub ganz lange mit einem Wasserball gespielt, über den er sich so gefreut hat. Seine Augen leuchteten, das Gesicht strahlte. Ich war beschämt. Ein anderer bekam einen Hasen mit Winterpulli und Pudelmütze. Auch er freute sich so sehr. Für mich war es sehr lustig, dieses Winterstofftier zu sehen, in einem Land, wo es nie schneit, wo man keine Pudelmütze oder Wollpullis braucht.</p>
<p><u>Atabaque:</u><br />
	Quilombo Ere: ein Kultur- und Sportprojekt wo Jugendliche Capoeira,trommeln,  jonglieren, afro-brasiliansiche Tänze lernen können bzw. auch Fußball spielen etc. Sie machen immer wieder Aufführungen. Ich hab dort ganz spontan Walzerkurse abgehalten, war ein Riesenspass (Samba ist mehr ihres, da darf man mehr mit den Hueften wackeln)<br />
	Oficina Puravida: Werkstätten, wo verschiedene Kurse abgehalten werden, Produkte erstellt und verkauft (ökologische Putzmittel, Kleidung) www.puravidabrasil.org (dort gibt eine Übersetzung der Blogs der anderen Projekte)<br />
<u>Grota do Brito:</u><br />
Hier geht es vor allem um Kurse in ökologischer Landwirtschaft, Florikultur, Permakultur. Die Grota ist ein Bereich in einem (fast tropischen) Wald mitWasserfällen, unweit von hier, wo die Pfarre Land gekauft hat, um es der Bevölkerung zu geben, mit dem Ziel Land zu haben, um was anzubauen, Wochenendhäuschen zu errichten und Zeit mit der Familie und mit FreundInnen zu verbringen. Eine Bedingung beim Schenken des Grundes war, dass dieser nicht verkauft wird. Aber leider ging das nicht ganz auf; einige der Familien, die ja wirklich alle sehr arm sind, haben den Grund verkauft. Daher wurde vor ca. 1 Jahr ein Verein gegründet, der sich um die Koordination und Verwaltung kümmert und dem Verkauf Einhalt gebietet.</p>
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		<title>Nach Kopenhagen: jetzt erst recht!</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 07:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[Energy and Climate]]></category>
		<category><![CDATA[hinterberger-f]]></category>
		<category><![CDATA[Policy]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ergebnis von Kopenhagen ist ein Desaster &#8211; das sagen sogar die, die es beschlossen haben. Letztlich haben sich die Akteure gegen das Risiko entschieden, den Lauf der Geschichte zu verändern. Das bedeutet nicht nur einen Anstig des Meeresspiegels, sondern vor allem eine dramatische Verschlechterung der Welt-Ernährungssituation und schließlich des Welt-Friedens (siehe den 2007er-Bericht des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ergebnis von Kopenhagen ist ein Desaster &#8211; das sagen sogar die, die es beschlossen haben. Letztlich haben sich die Akteure gegen das Risiko entschieden, den Lauf der Geschichte zu verändern. Das bedeutet nicht nur einen Anstig des Meeresspiegels, sondern vor allem eine dramatische Verschlechterung der Welt-Ernährungssituation und schließlich des Welt-Friedens (siehe den 2007er-<a href="http://www.wbgu.de/wbgu_jg2007.html">Bericht</a> des Wissenschaftlichen Beirates für Globale Umweltfragen der deutschen Bundesregierung).</p>
<p>Wirtschaftliche Entwicklung, wie wir sie kennen, hängt in erheblichem Ausmaß vom Wirtschaftswachstum ab. Dass sich die dramatische Reduktion von Treibhausgasen wohl negativ auf das Wachstum der Weltwirtschaft auswirken wird, wurde gerade <a href="http://seri.at/communication/2009/12/19/23-okonominnen-zweifeln-am-grunen-wachstum/">jetzt</a> wieder von einer Gruppe österreichischer ÖkonomInnen aus Instituten, Universitäten, Ministerien und dem Finanz-Sektor fest gestellt.</p>
<p>Das war wohl  auch der entscheidende Hemmschuh für die Verhandler in Kopenhagen.  Ist Wirtschaftswachstum also wichtiger als Lebensraum von Millionen und die Ernährung von Milliarden Menschen?</p>
<p><span id="more-219"></span></p>
<p>Ist es nicht, wenn es uns gelingt, uns endlich aus dieser &#8220;Zwick-Mühle&#8221; zu befreien.</p>
<p>Etliche Unternehmen und Initiativen haben in den letzten Wochen gezeigt, dass die Zeit des &#8220;ich engagiere mich erst, wenn es auch die andern tun&#8221; vorbei ist. Offensichtlich ist diese Message aber in der hohen Politik noch nicht angekommen, die (zu recht?) befürchtet, abgewählt zu werden, wenn sie wirklich wirksame Maßnahmen für die Nachhaltigkeit ergreifen. Dabei gibt es Bibliotheken voll von Erkenntnissen, die zeigen, wie Klimaschutz/Nachhaltigkeit &#8211; richtig gemacht &#8211; und Lebensqualität zusammen gehen können: z.B. eine <a href="http://seri.at/economy/2009/12/14/politikvorschlage-fur-kopenhagen-mit-einer-okologischen-steuerreform-kann-die-eu-ihre-klimaziele-erreichen/">ökologische Steuerreform</a>, die die Arbeit steuerlich entlastet. Oder Initiativen, die Strategien für mehr <a href="http://seri.at/quality-of-life/">Lebensqualität</a> gerade im weniger materiellen Bereich suchen.</p>
<p>Vielleicht ist dieses Scheitern besser als ein fauler Kompromiss. Denn es hat klar gemacht, dass wir uns nicht auf die (globale) Politik verlassen dürfen. Positiv an Kopenhagen war sicher eine nie da gewesene Öffentlichkeit für das Thema und auch eine stärkere Mobilisierung der Zivilgesellschaft als je zuvor. Wine einschlägige <a href="http://www.avaaz.org/de/save_copenhagen/">AVAAZ-Petition</a>  hat ihr selbst gestecktes Ziel von 15 Millionen UnterzeichnerInnen (!) nur knapp verfehlt. Zur Zeit sind es 14 Millionen 737 Tausend und 163 Menschen, die diese Petition unterzeichnet haben.</p>
<p>Wir nehmen uns am SERI vor,  weiterhin all diejenigen zu unterstützen und zu begleiten, die sich ernsthaft für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Dazu gehören Unternehmen ebenso wie Ministerien, NGOs wie Einzelpersonen. Die Zeit bis zum nächsten Klimagipfel in einem Jahr in Mexico wird spannend. Darauf freuen wir uns und auch darauf, diesen Weg mit vielen unserer ProjektpartnerInnen, AuftraggeberInnen und einer breiter werdenden interessierten Öffentlichkeit zu gehen.</p>
<p>Und: wir müssen die vielen Einzelinitiativen, die es in diesem Bereich gibt, zusammen bringen. Die Zeit der Einzel-Kämpfer ist vorbei! Ein sehr schönes Beispiel dafür war die Neuformulierung der &#8220;<a href="http://seri.at/allgemeines/2009/12/15/weiterentwicklung-der-okosozialen-marktwirtschaft-heute-in-wien-prasentiert/">Ökosozialen Marktwirtschaft</a>&#8221; mit  Ökosozialem Forum und WIFO aber auch mit &#8220;Stakeholdern&#8221; von Armutskonferenz oder Integration Wien.</p>
<p>Wie heißt es im Fußball so schön: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. JETZT beginnt Post-Kopenhagen. Jetzt erst recht: viel weniger Ressourcenverbrauch und gleichzeitig mehr Lebensqualität für alle, heute und <a href="http://www.esgehtumwas.at/2008/12/16/eine-geburtstags-vision-fur-die-welt-in-2020/">morgen</a>! Das geht. Yes, WE can, Herr Obama!</p>
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		<title>Wer trägt die Verantwortung für Treibhausgase &#8211; Produzenten oder Konsumenten?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 15:52:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energy and Climate]]></category>
		<category><![CDATA[Global Responsibility]]></category>

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		<description><![CDATA[In Kopenhagen wird derzeit darüber verhandelt, wer welchen Beitrag zu einer grundsätzlich von allen für wichtig und richtig befundenen Verringerung der Treibhausgase leisten muss. Eine entscheidende Frage dabei ist: sind diejenigen, die Güter und Dienstleistungen produzieren verantwortlich für die Treibhausgase oder sind es diejenigen, die sie konsumieren. In Zeiten der Globalisierung wird daraus eine Frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Kopenhagen wird derzeit darüber verhandelt, wer welchen Beitrag zu einer grundsätzlich von allen für wichtig und richtig befundenen Verringerung der Treibhausgase leisten muss. Eine entscheidende Frage dabei ist: sind diejenigen, die Güter und Dienstleistungen produzieren verantwortlich für die Treibhausgase oder sind es diejenigen, die sie konsumieren. In Zeiten der Globalisierung wird daraus eine Frage internationaler Verhandlungen.</p>
<p>Wo auf der Erde Treibhausgase emittiert werden, ist für ihre Wirkung, den sogenannten Treibhauseffekt, letztlich irrelevant. Die bisherige Klimapolitik des Kyoto-Protokolls, in dem sich die Industriestaaten der Erde zu einer bestimmten Treibhausgasreduktion bis 2012 verpflichtet haben, rechnet Emissionen immer dem Land zu, in dem sie in die Umwelt entlassen werden. Strategien einzelner Länder zur Reduktion von CO2-Emissionen können so leicht dazu führen, dass diese lediglich in andere Länder verlagert werden, etwa durch vermehrte Importe von Stahl aus dem Ausland.</p>
<p><span id="more-218"></span>Um die weltweiten ökologischen Auswirkungen der Produktion und des Konsums eines bestimmten Landes zu bewerten ist es daher notwendig, den internationalen Handel und dessen CO2-Rucksäcke mit einzubeziehen. Nur so können mögliche Verlagerungen von Umweltbelastungen in Folge von veränderten globalen Produktions-, Handels- und Konsummustern erkannt und analysiert werden. Das bedeutet, dass z.B. Österreich weitausmehr Emissionen verursacht als in Österreich selbst emittiert werden. Im Jahr 2005 überstieg die Zahl der durch Österreichs Konsum verursachten Emissionen jene der Produktion um 58%. Damit liegt Österreich im globalen Vergleich an der achten Stelle der CO2-Netto-Importeure.</p>
<p>Ende des Jahres erscheint ein neuer <a href="http://seri.at/projects/ongoing-projects/gram-co2/">Bericht</a> von SERI der die globale Verlagerung von CO2-Emissionen durch den internationalen Handel bestätigt. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 1995 die Importe von CO2-Rucksäcken der Länder, die sich im Kyoto-Protokoll zu konkreten Emissionsreduktionen verpflichtet haben, deren Exporte um rund 1,5 Milliarden Tonnen überstiegen. Diese sog. Annex-B-Länder waren also Netto-Importeure von knapp 7% der globalen CO2-Emissionen. Bis zum Jahr 2005 hat sich diese Menge beinahe verdoppelt, die Annex-B-Länder bilanzieren 10 Jahre später mit Netto-Importen von 2,8 Milliarden Tonnen CO2 (was mehr als 10% der globalen CO2-Emissionen entspricht).</p>
<p>Den größten Anstieg, so der vom österreichischen Klimafonds finanzierte Bericht, verzeichnen die Vereinigten Staaten, die ihre Netto-Importe auf etwa 1,3 Milliarden Tonnen verdreifacht haben. Die EU27 hält knapp dahinter bei 1,2 Milliarden Tonnen CO2-Netto-Importen. Am anderen Ende des Spektrums stehen die Entwicklungsländer, die gemeinsam 55% aller CO2-Netto-Exporte verbuchen, gefolgt von den Schwellenländern China (23%) und Russland (8%).</p>
<p>Die durchschnittliche jährliche Produktion von CO2-Emissionen in der EU27 belief sich im Jahr 2005 auf 8,2 Tonnen pro Person, der EU-Konsum verursachte jedoch 11,2 Tonnen CO2 pro Person. Entwicklungsländer bilanzierten 2005 hingegen CO2-Emissionen von weniger als 3 Tonnen pro Person, wobei der Konsum in diesen Ländern sogar nur 1,4 Tonnen pro Person betrug. Gerade der Konsum der größten Emittenten von CO2-Emissionen ist also Triebfeder für CO2-Emissionen auch in anderen Weltregionen.</p>
<p>Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine globale Zuweisung der Verantwortung für CO2-Emissionen nach dem territorialen Prinzip zu einer rechnerischen Besserstellung entwickelter Industrienationen führt, deren Lebensstile und Konsumverhalten noch größere Auswirkungen auf das Klima haben, als die nationalen Emissionsbilanzen vermuten ließen.</p>
<p>Andererseits kann man natürlich sagen, dass auch die Produzenten über die Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Waren profitieren. Wir schlagen deshalb einen Ansatz der geteilten Verantwortung vor, der zwar die Produzenten nicht aus ihrer Verantwortung entlässt, den Konsumentenländern jedoch einen Teil dieser Verantwortung überträgt.</p>
<p>Ansprechpersonen: <a href="mailto:martin.bruckner@seri.at">Martin Bruckner</a> und <a href="mailto:stefan.giljum@seri.at">Stefan Giljum </a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>CO2-Bilanz einer Hochgeschwindigkeit-Eisenbahnstrecke.</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 07:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nicolas</dc:creator>
				<category><![CDATA[CO2]]></category>
		<category><![CDATA[energie]]></category>
		<category><![CDATA[Energy and Climate]]></category>
		<category><![CDATA[Resource Use]]></category>
		<category><![CDATA[verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Die französische Energieagentur, Schienennetzgesellschaft und Eisenbahngesellschaft haben die erste CO2-Bilanz über die gesamte Wertschöpfungskette einer Hochgeschwindigkeit-Eisenbahnstrecke (LGV für ligne à grande vitesse) veröffentlicht. Die Studie wurde auf einem 140 Kilometer langen Ast der sich im Bau befindlichen Linie &#8220;Rhin-Rhône&#8221; durchgeführt. Das mehr als 2,3 Milliarden € teure vom Steuerzahler bezahlte Projekt ist von pharaonischem Ausmaß. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die französische Energieagentur, Schienennetzgesellschaft und Eisenbahngesellschaft haben die erste CO<sub>2</sub>-Bilanz über die gesamte Wertschöpfungskette einer Hochgeschwindigkeit-Eisenbahnstrecke (LGV für ligne à grande vitesse) veröffentlicht. Die Studie wurde auf einem 140 Kilometer langen Ast der sich im Bau befindlichen Linie &#8220;Rhin-Rhône&#8221; durchgeführt.</p>
<p>Das mehr als 2,3 Milliarden € teure vom Steuerzahler bezahlte Projekt ist von pharaonischem Ausmaß. Nach mehr als 10 Jahren Planungsphase werden heute an der <a href="http://de.structurae.de/projects/data/photos.cfm?ID=p0000645">Baustelle</a> bis zu 50 Millionen m³ Schutt transportiert. Dies entspricht ungefähr 18-mal der Cheops-Pyramide. Entlang der Strecke entstehen zahlreiche Brücken, Viadukte, und 400 km Abzäunung.</p>
<p><span id="more-217"></span></p>
<p>Unter Einbeziehung aller Projektphasen wurde der CO<sub>2</sub>-Fußabdruck der Strecke berechnet (Planung, Aufbau, Betriebszeitraum von 2011 bis 2041). In die Berechnung flossen das eingesetzte Material wie Beton, Stahl und Kalk sowie der Arbeitsaufwand ein. (z.B: Energie, Transport, Vorbereitung des Einsatzgebiets) Laut CO<sub>2</sub>-Bilanz werden bis 2041 rund 1,9 Mio. t CO<sub>2</sub> direkt und indirekt in die Atmosphäre freigesetzt (davon 53% aus Traktionsenergie und 42% aus der Aufbauphase). Man rechnet mit durchschnittlich 1,2 Mio. Reisenden jährlich auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke. Durch den Verzicht auf Autofahrten und Flugreisen sollen dadurch ungefähr 3,5 Mio. t CO<sub>2</sub> eingespart werden. Demnach wird die LGV ab 2024 effektiv CO<sub>2</sub>-Emissionen einsparen.</p>
<p><strong>Je Schneller, desto mehr Energieaufwand</strong></p>
<p>In der oben beschriebenen Bilanzierung umfasst die Traktionsenergie 53% der globalen CO<sub>2</sub>-Emissionen der Strecke, sie wird durch elektrischen Strom gedeckt. Dabei muss ein bedeutender Teil der Energie dafür aufgewendet werden, den Luftwiderstand zu überwinden. Die Züge werden dank neuer Technologien immer aerodynamischer und leichter. Dadurch werden eine ständige Steigerung der Energieeffizienz und eine dementsprechende Senkung von CO<sub>2</sub>-Emissionen erreicht. Dies geschieht aber nur bei gleichbleibender Geschwindigkeit.</p>
<p>Die Nachfrage nach höheren Geschwindigkeiten steigt dennoch weiter an. Dies hat wiederum die Folge, dass ein höherer Luftwiderstand überwunden werden muss, und dadurch auch wieder mehr Energie aufgewandt wird. Erhöht man zum Beispiel das Tempo von 200 km/h auf 350 km/h (was mit der nächsten Zug-Generation „AGV“ möglich sein wird) ergibt sich eine 90%ige Steigerung des Energieverbrauchs, während die Reisezeit nur um weniger als 25% verringert wird (<a href="http://www.dft.gov.uk/about/strategy/whitepapers/whitepapercm7176/railwhitepaperresearch/evidencepackjourney1/Page_085.ppt">Kemp 2004</a>; <a href="http://www.dft.gov.uk/about/strategy/whitepapers/whitepapercm7176/hitepapersustainablerailway1.pdf">White Paper 2007</a>).</p>
<p><strong>Nicht nur CO<sub>2</sub></strong></p>
<p>Der Energieträger für den Hochgeschwindigkeitszug ist elektrischer Strom. Deshalb ist eine „grüne“ Hochgeschwindigkeitsleistung ohne der „Dekarbonisierung“ der Energie-Produktion ausgeschlossen. In Frankreich ist dies der Fall. Denn dort kommen 80 % der Stromerzeugung aus Kernregie. EDF speist das Netz mit Strom, bei dessen Produktion „nur“ 53g CO<sub>2</sub>/kWh emittiert werden, aber andererseits auch 9.8 mg/kWh radioaktive Abfälle (<a href="http://www.edf.fr/html/etiq_elec/uk/index.html">EDF 2008</a>). Mit dem geplanten Bau von tausenden Kilometern LGV durch ganz Europa, USA, Asien und auch Nordafrika (1500km LGV – Marokko) wird der Energiebedarf für den Hochgeschwindigkeitsverkehr weiterhin steigen (Nuklearenergie – Marokko).</p>
<p>In der ganzen Welt herrscht Konsens darüber, THG-Emissionen unabdingbar einzusparen. Kohlenstoffsteuern tauchen überall auf und Kopenhagen wird bald eine der wichtigsten Städte des Planeten sein. Man muss sich auch dessen bewusst werden, dass wir jenseits der CO<sub>2</sub>-Emissionen, und trotz aller Effizienzgewinne, immer mehr Ressourcen verbrauchen, welche aber nicht unendlich sind. Der Umgang der Industrialisierten Gesellschaft mit den nicht-erneuerbaren und erneuerbaren Ressourcen ist bei weitem nicht nachhaltig. Wir verbrennen, nutzen, werfen Alles weg, und zwar immer schneller und zu oft umsonst. Wir leben nicht mehr nur von den Zinsen des „Naturkapitals“, sondern verringern das Kapital unseres Planeten. Wir verwirken damit unmittelbar die Rechte auf Ressourcen der zukünftigen Generationen. Wollen wir wirklich in diesem Rhythmus weiterleben?</p>
<p><strong><a href="http://www.dailymotion.com/video/x1mjd0_5748-kmh-world-rail-speed-record-20_news">574,8 Km/h World rail speed record 2007</a></strong></p>
<p>Wer sein Französisch üben will:</p>
<p><a href="http://www.rff.fr/IMG/Bilan-Carbone-LGV-RR.pdf">Premier bilan Carbone ferroviaire global </a>(Oct. 2009)</p>
<p>Sarkozy au Maroc, <a href="http://www.dailymotion.com/video/x3ads0_fr2-sarkozy-vrp-au-maroc_politics">1500km LGV </a>(Oct. 2007)<br />
Sarkozy au Maroc, <a href="http://www.dailymotion.com/video/x3ajbw_sarkozy-partenariat-avec-le-maroc_news">énergie nucléaire civile </a>(Oct. 2007)<br />
<a href="http://est.lgvrhinrhone.com/medias/pdf/medias26.pdf">Ligne à Grande Vitesse Rhin-Rhône</a> (2006)</p>
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		<title>Bedeutet nachhaltiger Sport: Breite statt Leistung?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 10:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rainer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachhaltigkeit und Sport. Liegt jetzt nicht direkt auf der Hand, dieser Zusammenhang, bis ich von einem afrikanischen Stamm inspiriert wurde. Was könnte das bedeuten: nachhaltiger Sport? Vielleicht: Entschleunigter Sport? Als Dipol zum: Beschleunigten Sport? Nach den Fabelweltrekorden im 100 Meter Sprint der Männer der letzten Zeit bekommt man ja das Gefühl, dass es die Rennmaschinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.esgehtumwas.at/wp-content/uploads/sprung-eines-watussi.jpg" target="_blank" title="Bild: Prof. Dr. Claus Tiedemann (Universität Hamburg)"><img src="http://www.esgehtumwas.at/wp-content/uploads/sprung-eines-watussi.thumbnail.jpg" style="border-width: 0px; width: 100px; height: 145px; margin-top: 5px; margin-bottom: 5px" title="Bild: Prof. Dr. Claus Tiedemann (Universität Hamburg)" alt="sprung-eines-watussi.jpg" align="left" border="0" vspace="5" width="100" height="145" /></a>Nachhaltigkeit und Sport. Liegt jetzt nicht direkt auf der Hand, dieser Zusammenhang, bis ich von einem afrikanischen Stamm inspiriert wurde. Was könnte das bedeuten: nachhaltiger Sport? Vielleicht: Entschleunigter Sport? Als Dipol zum: Beschleunigten Sport?</p>
<p>Nach den Fabelweltrekorden im 100 Meter Sprint der Männer der letzten Zeit bekommt man ja das Gefühl, dass es die Rennmaschinen tatsächlich einmal schaffen müssten: Hundert Meter in 0 Sekunden, bei den atemberaubenden Verbesserungen des Weltrekords. Beschleunigtes Wachstum &#8211; beschleunigter Sport eben. <span id="more-212"></span>Apropos Weltrekord: ist ja ein typischer Begriff aus unserer konsumorientierten Welt. Gemeinhin meint man mit Weltrekord, dass niemand anderer so schnell läuft, springt wirft als eben der Weltrekordhalter. Ist das wirklich so?<br />
Es gibt ein schönes Beispiel, dass das nicht so sein muss: in einem Wahumastamm im heutigen Ruanda üben sich junge Tutsimänner in der Disziplin des Hochsprungs. Gusimbuka Urukiramende nennt sich das, eine bewegungskulturelle Tätigkeit.<br />
Um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert übersprangen die Wahuma-Männer die Köpfe staunender deutscher Kolonialisten, wie ein Foto aus dem Jahr 1907 belegt &#8211; Höhen von 2,20 Meter bis 2,50 Meter wurden erreicht. Durchaus möglich also, dass ein junger Mann aus dem Wahumastamm höher gesprungen ist als Javier Sotomayor, der aktuelle Weltrekordhalter (das Foto auf einem Buchdeckel ist <a href="http://www.idrottsforum.org/reviews/items/eichen_bale.html" target="_blank">hier</a> zu sehen).<br />
Alles nur eine Frage der Wahrnehmung also und es zeigt die sehr einseitige Projektierung auf die Geschwindigkeit im Sport &#8230; Das was die Wahuma-Männer da praktizierten könnte also für unseren Begriff des Sportes durchaus Vorbildwirkung haben: Nicht um jeden Preis Leistung und Sieger, stattdessen den Sport mit neuen Attributen versehen, ähnlich wie bei den lukullischen Güssen: slow sport zum Beispiel.</p>
<p>(Bild: Prof. Dr. Claus Tiedemann, Universität Hamburg: Vortrag &#8220;Sport-Bilder&#8221; vom 18.9.2006, Titel: Sprung eines Watussi, 2.50m, heute korrekt: Tutsi)</p>
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